Verhaltensregeln Thailand

Verhaltensregeln und Sitten in Thailand – Wichtige Regeln die du kennen musst!

Die thailĂ€ndische Kultur unterscheidet sich in vielen Punkten von unserer. Vor einer Thailand Reise muss man sich daher unbedingt mit den thailĂ€ndischen Verhaltensregeln befassen, um die Sitten und BrĂ€uche des Landes zu kennen. Was bei uns das Normalste der Welt ist, kann in Thailand nicht nur ein absolutes No-Go sein, sondern im schlimmsten Fall sogar zu einer GefĂ€ngnisstrafe fĂŒhren. Damit du ideal auf deinen Urlaub vorbereitet bist, stellen wir in diesem Artikel die bedeutendsten Verhaltensregeln fĂŒr Thailand vor.

InhaltsĂŒbersicht

BegrĂŒĂŸung in Thailand

Anders als in Europa begrĂŒĂŸt man sich in Thailand nicht per Handschlag oder Umarmung. Stattdessen begrĂŒĂŸen sich die ThailĂ€nder mit dem Wai. Hierzu werden die HandflĂ€chen vor dem Oberkörper zusammengefĂŒhrt, Ă€hnlich wie beim Gebet. Die Fingerspitzen zeigen dabei nach oben und es wird eine leichte Verbeugung angedeutet. 

Bei einer normalen BegrĂŒĂŸung werden die HĂ€nde auf Brusthöhe zusammengefĂŒhrt. BegrĂŒĂŸt man hingegen eine ranghöhere Person, spiegelt sich dies auch in der BegrĂŒĂŸung wider. Bei Mönchen und Mitglieder der Königsfamilie werden die HĂ€nde auf Stirnhöhe zum Wai zusammengefĂŒhrt, um zusĂ€tzlichen Respekt auszudrĂŒcken. 

Rangniedrige und jĂŒngere begrĂŒĂŸen einen immer zuerst. Bei Kindern und Angestellten wird der Wai in der Regel nicht erwidert. Ein Kopfnicken zur BegrĂŒĂŸung ist hier ausreichend.

Verhaltensregeln im Tempel

Da mehr als 90 % der Thais dem Buddhismus angehören, wirst du auf deiner Thailand Reise an zahlreichen Tempeln vorbeikommen. Alleine in Bangkok gibt es mehr als 400 verschiedene Tempelanlagen. Auch wenn der Buddhismus sehr offen und tolerant gegenĂŒber anderen Glaubensrichtungen ist, musst du beim Besuch eines Tempels einige Verhaltensregeln beachten. 

Generell gilt, die Schultern und Knie beim Besuch eines Tempels bedeckt zu halten. Um angemessen gekleidet zu sein, wird bei touristischen Tempelanlagen oftmals ein Tuch zum UmhĂ€ngen ausgeliehen. Abseits von Touristengebieten ist dies jedoch nicht die Regel, daher solltest du unbedingt lange Wechselkleidung mit dir fĂŒhren. 

Eine weitere Regel schreibt vor, die Schuhe beim Betreten des Tempels auszuziehen. Meistens befindet sich direkt vor dem Tempel ein Regal, wo du deine Schuhe abstellen kannst. Die Socken mĂŒssen ĂŒbrigens nicht ausgezogen werden, sondern können angelassen werden. 

Beim Betreten des Tempels solltest du außerdem darauf achten, nicht auf die TĂŒrschwelle zu treten. Viele Thais sind aberglĂ€ubisch und glauben an die Existenz von Geistern. Sie gehen davon aus, dass die Geister des Hauses in der TĂŒrschwelle wohnen. Möchtest du diese nicht verĂ€rgern und UnglĂŒck vermeiden, solltest somit nicht auf die TĂŒrschwelle steigen. 

Im Inneren des Tempels wird Ă€hnlich wie beim Besuch einer Kirche die LautstĂ€rke gesenkt. Das Fotografieren in Tempeln ist möglich, der Blitz muss dabei jedoch ausgeschaltet bleiben. Auf keinen Fall solltest du fĂŒr ein Foto auf eine Buddha Statue klettern, das ist ein absolutes No-Go in Thailand.

Verhalten gegenĂŒber Mönchen

Mönche sind in Thailand sehr hoch angesehen. Als Tourist solltest du ihnen daher mit Respekt begegnen. In öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es meist separate SitzplĂ€tze, welche fĂŒr Mönche reserviert sind. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, gehört es in Thailand zum guten Ton, Mönchen den eigenen Platz anzubieten. 

Frauen mĂŒssen im Umgang mit Mönchen besonders vorsichtig sein. Unter keinen UmstĂ€nden dĂŒrfen sie einen Mönch berĂŒhren, da die Buddhistische Glaubenslehre den körperlichen Kontakt zu Frauen untersagt. Kommt es dennoch zu einer BerĂŒhrung, muss sich der Mönch einem sehr langen und komplizierten Reinigungsritual unterziehen. Daher ist besondere Sorgfalt geboten, um auch unabsichtliche BerĂŒhrungen zu verhindern. 

Gaben an einen Mönch sollten am besten von einem Mann ĂŒbergeben werden. Alternativ kann man diese auch vor dem Mönch abstellen oder auf einem Tablett ĂŒberreichen. So kann sich der Mönch die Gaben eigenstĂ€ndig nehmen, ohne dass es zu einer BerĂŒhrung kommt.

Kleiderregeln in Thailand

Trotz der tropischen Temperaturen herrscht auch in Thailand eine angemessene Kleiderordnung. Die wichtigste Regel lautet zunÀchst einmal Kleider zu tragen. FKK-Baden oder Sonnen oben ohne ist in Thailand ein absolutes No-Go! Einige ThailÀnder gehen sogar mit normaler Kleidung baden. Daher solltest du selbst am Strand auf zu knappe Bekleidung verzichten. 

Abseits der StrĂ€nde wird eine gepflegte Alltagskleidung erwartet. Selbst in StrandnĂ€he ist das Betreten eines GeschĂ€fts oder Restaurants in Badebekleidung ĂŒberhaupt nicht gern gesehen. Auch das Tragen von Ă€rmellosen Tanktops oder Shorts gilt in vielen Regionen Thailands als unanstĂ€ndig. 

In touristischen Regionen sind die Kleiderregeln zwar oftmals lockerer, doch auch hier existieren teils strikte Regeln. Möchte man zum Beispiel eine der zahlreichen Rooftop Bars in Bangkok besuchen, ist dies zum Beispiel nur mit geschlossenen Schuhen, einer langen Hose, sowie einem Hemd oder Poloshirt möglich. GĂ€ste mit Flip-Flops, einer kurzen Hose oder einem Tank Top werden an der TĂŒre direkt abgewiesen. 

Generell lĂ€sst sich sagen, dass man trotz der heißen Temperaturen eher wenig Haut zeigt. Dies bringt auch Vorteile mit sich. So hat man einen natĂŒrlichen Schutz gegen das UV-Licht und bekommt weniger schnell einen Sonnenbrand. Außerdem sind die Klimaanlagen in Shopping Malls und öffentlichen Verkehrsmitteln oft sehr kalt eingestellt. Ohne lange Kleidung kann man sich hier selbst im Sommer schnell erkĂ€lten.

Bedeutung der FĂŒĂŸe und des Kopfes

In Thailand gelten die FĂŒĂŸe als schmutzig und unrein. Daher ist es wichtig, andere Personen nicht mit den FĂŒĂŸen zu berĂŒhren. Selbst die Fußsohlen sollten nicht auf Personen, Buddha-Statuen oder Abbildungen des Königs gerichtet sein. Ein solches Verhalten wird in Thailand als Beleidigung angesehen. 

Ähnlich wie beim Tempelbesuch werden die Schuhe auch vor dem Betreten eines Hauses ausgezogen. Dies trifft teilweise auch auf kleine GeschĂ€fte und BĂŒros zu. Ist man sich unsicher, hĂ€lt man am besten Ausschau nach anderen Schuhen. Eine Ansammlung von Schuhen vor dem Eingang sind dabei ein klares Zeichen die Schuhe auszuziehen. 

Das GegenstĂŒck zu den FĂŒĂŸen ist der Kopf in Thailand. Dieser gilt als das erhabenste Körperteil und symbolisiert den Sitz der Seele und des Geistes. BerĂŒhrt man eine andere Person am Kopf, gilt dies als beleidigend und erniedrigend. Auch kleinen Kindern sollte man auf keinen Fall an den Kopf fassen oder durch die Haare wuscheln. 

Verhaltensregeln wÀhrend der Nationalhymne

TÀglich um 8:00 und 18:00 Uhr wird die thailÀndische Nationalhymne im Radio und Fernsehen gespielt. Auch an einigen öffentlichen Orten, wie Bahnhöfen, Parks oder Shopping Malls ertönt die Nationalhymne zu dieser Uhrzeit. 

Wichtig dabei zu wissen ist, dass man wĂ€hrend der Nationalhymne aufsteht und innehĂ€lt. LĂ€uft man einfach weiter und ignoriert dies, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, welche mit einem Bußgeld bestraft werden kann. 

Ähnliches gilt fĂŒr die Königshymne, welche unabhĂ€ngig von der Uhrzeit bei royalen Veranstaltungen oder auch bei FilmvorfĂŒhrungen im Kino abgespielt wird. Auch hier mĂŒssen sich alle Anwesenden erheben und fĂŒr die Dauer der Königshymne innehalten.

GebrÀuche beim Essen

Traditionell wird in Thailand mit der rechten Hand gegessen. Die linke Hand gilt hingegen als unrein, da diese zur Reinigung beim Toilettengang verwendet wird. 

Anders als bei uns wird oft kein eigenes Essen bestellt, sondern es werden mehrere Gerichte in die Mitte des Tisches gestellt, so dass sich jeder bedienen kann. Vorsicht ist beim Umgang mit den StĂ€bchen geboten. Diese sollte man keinesfalls senkrecht in den Reis stecken, sondern immer nur danebenlegen. Senkrechte EssstĂ€bchen erinnern an ein Totenritual, bei dem RĂ€ucherstĂ€bchen fĂŒr Verstorbene angezĂŒndet werden. Dein GegenĂŒber könnte so also denken, dass du ihm den Tod wĂŒnschst. Zu den guten Tischmanieren gehört es außerdem, sich am Tisch vor Anwesenden nicht die Nase zu putzen. 

Auch beim Bezahlen existieren kulturelle Unterschiede. Oftmals ĂŒbernimmt in Thailand noch die Person mit dem höchsten Einkommen die Rechnung. Daher wird man möglicherweise beim Essen nach dem Gehalt gefragt oder es wird davon ausgegangen, dass man als AuslĂ€nder das höchste Einkommen hat. Viele Thais zahlen jedoch auch ganz normal und erwarten nicht, dass sie eingeladen werden.

Umgang mit ThailÀndern

Thais sind im Vergleich zu EuropĂ€ern sehr indirekt und zurĂŒckhaltend. Bei Auseinandersetzungen ist daher höchstes FingerspitzengefĂŒhl gefragt. Auf keinen Fall sollte man in der Öffentlichkeit Konflikte austragen. Auch WutausbrĂŒche, jemanden anschreien oder vor Anderen bloßstellen ist ein absolutes Tabu in Thailand. Dies fĂŒhrt zu einem Gesichtsverlust der anderen Person. Das wĂ€re das Schlimmste was einem Thai passieren kann. Stattdessen sollte man sehr indirekt vorgehen und bei Fehlern beispielsweise keine direkte Kritik ausĂŒben, sondern mögliche Alternativen auffĂŒhren.

Verhaltensregeln fĂŒr PĂ€rchen

Thailand gilt als beliebtes Reiseziel bei Paaren. Doch auch hier gilt es gewisse Verhaltensregeln zu beachten. Gegenseitige Zuneigung wie das KĂŒssen oder Umarmen sollte man in der Öffentlichkeit besser bleiben lassen. Vor allem in lĂ€ndlichen Regionen sind die Ă€lteren Generationen oft noch sehr konservativ eingestellt. In großen StĂ€dten und Touristenzentren wird das Ganze meist etwas lockerer gesehen. Trotzdem sollte man auch hier die thailĂ€ndischen Sitten respektieren und sich in der Öffentlichkeit zurĂŒckhalten. Dies gilt vor allem beim Besuch eines Tempels. Das Austauschen von ZĂ€rtlichkeiten ist hier ein absolutes Tabu.

Fotografieren in Thailand

Das Fotografieren in Thailand ist in der Regel unproblematisch. Einheimische sehen es oftmals als Kompliment an, wenn sie fotografiert werden und lassen sich daher gerne ablichten. Dennoch sollte man im Voraus um Erlaubnis bitten, notfalls auch per Zeichensprache. 

Vorsicht ist bei der Nutzung von Drohnen mit Kameras geboten. Vor dem Flug sollte man sich sorgfĂ€ltig mit den aktuellen Drohnenvorschriften in Thailand auseinandersetzten. Das Überfliegen von FlughĂ€fen oder MilitĂ€ranlagen ist beispielsweise strengstens untersagt. Bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die Drohnen-Gesetze können nicht nur hohe Geldstrafen verhĂ€ngt werden, sondern sogar auch GefĂ€ngnisstrafen.

Umgang mit dem Königshaus

Der thailĂ€ndische König, sowie Mitglieder der Königsfamilie genießen ein sehr hohes Ansehen in der Bevölkerung Thailands. Dementsprechend respektvoll solltest du mit diesem Thema umgehen. Negative Äußerungen gegen das Königshaus sind in Thailand strikt untersagt. Du beleidigst damit nicht nur die ThailĂ€nder und ihren Nationalstolz, sondern verstĂ¶ĂŸt auch gegen das Gesetz der MajestĂ€tsbeleidigung. Dieses schreibt pro Vergehen GefĂ€ngnisstrafen von bis zu 15 Jahren vor. Vorsicht ist auch bei Abbildungen des Königs geboten. Niemals solltest du Geldscheine zerreißen oder auf wegrollende MĂŒnzen treten, da diese das Abbild des Königs tragen.

Verhaltensregeln in alltÀglichen Situationen

Auch in alltĂ€glichen Situationen lauern in Thailand zahlreiche FettnĂ€pfchen auf dich. Zum Beispiel solltest du niemals mit dem Finger auf andere Person zeigen, da dies in Thailand als Beleidigung gilt. Ebenfalls solltest du abends nicht pfeifen, da dies nach dem thailĂ€ndischen Aberglauben die Geister herbeiruft. 

Außerdem solltest auf keinen Fall ĂŒber am Boden sitzende Personen steigen, da das fĂŒr diese extrem erniedrigend ist. 

Auch die Deutung eines LĂ€chelns kann in Thailand schnell zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhren. Mit einem LĂ€cheln drĂŒcken ThailĂ€nder nicht nur Zustimmung, sondern auch Verlegenheit aus. Problematisch kann es zum Beispiel werden, wenn man einen ThailĂ€nder nach dem Weg fragt. Hier kann es passieren, dass dieser mit einem LĂ€cheln in eine beliebige Richtung deutet, ohne den Weg ĂŒberhaupt zu kennen. Um jedoch nicht als unwissend dazustehen, wird oftmals ein falscher Weg mit einem freundlichen LĂ€cheln verkauft.

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Wer schreibt hier?

Seit mehr als 5 Jahren bereise ich nun Thailand und dokumentiere meine Erlebnisse in Videos auf meinem YouTube Kanal.

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